Fotos digitalisieren


Die Antwort ist gar nicht so schwer, aber sie hängt von 2 Variablen ab: Wie viele Fotos sollen eingescannt werden und welche Art von Scanner steht zur Verfügung.
① Ich geh mal davon aus, dass die wenigsten der geneigten Leser über einen Foto-Einzugsscanner verfügen. Macht nichts, den braucht man auch nur, wenn man eine große Anzahl von Fotos digitalisieren möchte. Aber wenn man 500 und mehr Fotos digitalisieren will, ist ein Gerät wie z.B. ein Epson-Fotoscanner schon ziemlich nice. Er zieht die Bilder nacheinander ein und digitalisiert so einen größeren Fotostapel sehr schnell. Allerdings würde ich wertvolle, empfindliche oder sehr alte Abzüge ungern durch einen automatischen Einzug schicken.
② Deutlich verbreiteter (und preisgünstiger) dürfte ein Flachbettscanner sein. Die gibt es auch in diversen Kombigeräten mit Druckern. Hier heißt es: Foto aufs Glas, Deckel zu, scannen. Bei normalen Papierabzügen würde ich 600 dpi nehmen. Mehr als 600 dpi bringt bei üblichen 9×13- oder 10×15-Abzügen meistens kaum noch mehr sichtbare Details.
Der Flachbettscanner bietet (im Gegensatz zum Smartphone) eine gleichmäßige Beleuchtung, keine perspektivische Verzerrung und reproduzierbare Ergebnisse. Bei wenigen Fotos wäre das meine erste Wahl – insbesondere, wenn du einen halbwegs vernünftigen Scanner besitzt oder ausleihen kannst.
③ Wenn die zuvor genannten Geräte nicht verfügbar sind, hilft nur noch das Smartphone. Damit kann man die analogen Fotos abfotografieren. Der kritische Punkt ist hierbei weniger die Kamera als die Beleuchtung: Spiegelungen auf glänzendem Fotopapier ruinieren das Ergebnis schnell.
Deshalb sollten folgende Bedingungen so gut wie möglich beachtet werden:
- Foto flach hinlegen
- Smartphone genau parallel darüber
- helles, diffuses Tageslicht oder zwei Lampen seitlich
- kein direktes Licht von oben
- möglichst die normale Hauptkamera verwenden, nicht Ultraweitwinkel
- anschließend automatisch beschneiden und perspektivisch korrigieren
Unter diesen Bedingungen kann man für ein Fotoalbum ganz gute Ergebnisse bekommen. Wenn die Digitalisierung auch als dauerhaftes Archiv dienen soll, würde ich eher scannen.
④ Wem das alles zu scary ist, der kann natürlich auch einen Digitalisierungsdienst beauftragen. Das ist sicher der bequemste Weg: Fotos hinschicken oder beim Fotohändler abgeben und später die digitalisierten Dateien bekommen. Die Preise liegen derzeit je nach Dienstleister für 100 Fotos zwischen 30 und 45 €.