George Duke – Faces in Reflection


[Scheibe der Woche 40/2026]
Faces in Reflection ist das dritte Album des Keyboarders George Duke, das 1974 bei den legendären MPS Records veröffentlicht wurde. Zu dieser Zeit war George Duke bereits festes Mitglied der Band von Frank Zappa, was ihn nicht daran hinderte, dieses unglaublich tolle Album aufzunehmen. Es ist – sicher nicht nur für mich – unbestritten eine der herausragenden Perlen des Fusion und Jazz-Funk dieser Zeit und weit darüber hinaus!
Besonders bemerkenswert ist jedoch die Entstehungsgeschichte des Albums, die George Duke selbst wie folgt schildert: „Frank Zappa hat mich überhaupt erst mit Synthesizern in Kontakt gebracht. Eines Tages sagte er mir einfach: »Spiel Synthesizer.« Mehr war nicht. Er kaufte einen ARP 2600 und stellte ihn direkt neben mein Rhodes-Piano. Das Gerät wirkte mit seinen unzähligen Reglern zunächst einschüchternd. Ich nahm es samt Handbuch mehrmals mit nach Hause, kam aber nicht recht voran – es fühlte sich an, als würde ich im College eine abstrakte Fremdsprache lernen. Schließlich entschied ich mich für etwas Zugänglicheres: den ARP Odyssey.“
In vielerlei Hinsicht ist diese Trio-Aufnahme ein Meilenstein in der Karriere von Duke. Neben Experimenten mit dem ARP-Synthesizer präsentiert er seine Kreativität auf eher konventionellen Tasteninstrumenten wie dem Wurlitzer, dem Fender Rhodes und dem Clavinet. Dadurch zeichnet sich „Faces in Reflection“ durch eine große Vielfalt an Klangfarben aus. Die Reise führt vom explosiven „The Opening“ hin zum zart anmutenden „Capricorn“, das Duke aus dem Repertoire von Cannonball Adderley entlehnt hatte. Adderley war der zweite bedeutende Musiker gewesen, mit dem er in dieser frühen Phase zusammengearbeitet hatte; Frank Zappa war der erste. Zwei impressionistische Solo-Intermezzi münden in die funkige Fusion-Eskapade „Psychosomatic Dung“ mit hervorragendem Zusammenspiel zwischen dem Schlagzeuger Ndugu und dem Bassisten John Heard. Die geheimnisvollen Synthesizer-Linien des Titelstücks wirken wie die Ruhe vor Dukes leidenschaftlicher Liebeserklärung an Brasilien. Der überraschendste Ausflug ist die lebhafte und rhythmisch komplexe Adaption von Milton Nascimentos „Maria Três Filhos“, die durch das Synthesizer-Labor von „North Beach“ ausgeglichen wird. Duke selbst schätzte diese Aufnahmen sehr; er erklärte: „Das war die erste LP, die wirklich das aussagte, was ich sagen wollte.“

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