Was ist Kunst?

Diese Frage ist sicher schon oft in diversen Zirkeln kontrovers erörtert worden. Neben einer Vielzahl von Definitionen gibt es Positionen, die für sich in Anspruch nehmen, den Kunstbegriff klar abgrenzen zu können. Ich fand das schon immer etwas schwierig, aber man kann sich ja mal die wichtigsten Haltungen anschauen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier ein paar der häufiger anzutreffenden Positionen:

Die Handwerks-Fraktion: Kunst kommt von Können

Die Haltung: Kunst entsteht durch handwerkliches Geschick, Technik und langjährige Übung. Ein Werk muss ästhetisch oder technisch herausragend sein.
Die Kritik: „Das ist doch nur Handwerk ..."

Die Beuys-Fraktion: Kunst als Idee und Haltung

Die Haltung: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Ein Müllhaufen im Museum oder eine soziale Aktion wird zur Kunst, wenn der Gedanke dahinter stimmt.
Die Kritik: "Das kann mein fünfjähriges Kind auch.“

Die elitäre Fraktion: Der Kunstmarkt bestimmt den Wert

Die Haltung: Kunst ist das, was von Experten, Galerien, Kuratoren und Sammlern dazu erklärt und für Millionen gehandelt wird. Die Qualität bemisst sich an der Relevanz im Diskurs und am Marktwert.
Die Kritik daran: „Alles nur Geldanlage und Spekulation auf materielle Gewinne. Völlig entfremdet vom gesellschaftlichen Bezug.“

Die subjektive Fraktion: Kunst liegt im Auge des Betrachters

Die Haltung: Alles, was bei einer Person eine Emotion, ein Nachdenken oder eine Resonanz auslöst, ist (für diese Person) Kunst.
Die Kritik daran: „Wenn alles Kunst ist, ist am Ende gar nichts mehr Kunst.“

Keine Ahnung, ob du dich in einer der o.a. Positionen wiederfindest. Aber vor einer Festlegung solltest du dir vielleicht ein Video von Ralph Caspers anschauen, in dem er den Kunstbegriff aus verschiedenen Perspektiven erläutert. Sehr empfehlenswert!

PS: Zwei Zitate noch zum Abschluss:

„Kunst kommt von Können, nicht von Wollen, sonst hieß es ja Wunst.“ - Karl Valentin

„Kunst ist, wenn man’s nicht kann, denn wenn man’s kann, ist’s keine Kunst.“ - Johann Nestroy