Wer ausatmet, reagiert schneller


Dachte man jedenfalls. Forschende der Northwestern University in Illinois haben nun herausgefunden, dass das Ausatmen das Gehirn offenbar nicht in den Ruhemodus schickt, sondern eher in den Turbo. Veröffentlicht wurde das Ganze in iScience (-> Response speed is modulated by respiratory phase)
Für das Experiment mussten 35 Erwachsene (18 bis 33 Jahre) am Computer so schnell wie möglich auf Signale reagieren, während ein Gerät an der Nase ihre Atmung registrierte. Das Ergebnis: Wer gerade ausatmete, war im Schnitt um 41 Millisekunden flotter als jemand, der gerade einatmete.
Die kurze Pause zwischen den beiden Atemzügen liegt genau dazwischen. Mit etwa 20 Millisekunden Rückstand auf die Ausatmenden und 20 Millisekunden Vorsprung auf die Einatmenden ist man dort solide Mittelklasse.
Warum das so ist, weiß noch niemand genau. Studienautor Ken Paller vermutet, dass es mit der Effizienz im Gehirn zu tun hat, weil Hirnwellen offenbar im Takt der Atmung mitschwingen. Erstautorin Erika Yamazaki hofft, dass Leute aus den verschiedensten Bereichen mit dem Ergebnis etwas anfangen können, und freut sich, dass die Forschung zum Zusammenspiel von Hirn und Körper noch ziemlich neu ist.
Eine kleine Einschränkung gibt es jedoch: 35 Versuchspersonen sind keine riesige Gruppe. Bevor jemand beim Sprintstart oder im Ego-Shooter nur noch auf das Ausatmen setzt, sollte zunächst noch etwas weitere Forschung folgen. Wer will, kann es jedoch gerne mal ausprobieren. 🙃